Der Zusammenhang von
Dividendenauschüttung und Dividendenabschlag
Eine Aktiengesellschaft hat zwei Möglichkeiten ihren
erwirtschafteten Gewinn zu verwenden. Die Gesellschaft kann ihn in die
Gewinnrücklage des Geschäftsjahres fließen
lassen. Sie kann ihn auch vollständig oder teilweise als
Dividende ausschütten. Die Dividendenzahlung an die
Aktionäre ist freiwillig und die Höhe ist variabel.
Für Vorzugsaktien oder Stammaktien kann das Unternehmen eine
unterschiedlich hohe Dividende zahlen.
Der Dividendenabschlag
entsteht durch den Markt
Über die Höhe und die Ausschüttung wird bei
der jährlichen Hauptversammlung entschieden. Die entsprechende
Dividendenzahlung erfolgt in der Regal am ersten Tag nach der
Hauptversammlung. Werden Aktien am Tag der Hauptversammlung erworben,
hat der Anleger am darauf folgenden Tag noch keinen Anspruch auf die
Dividende.
Direkt am Tag nach der Hauptversammlung notiert die betreffende Aktie
mit einem Kursverlust. Die Änderung des Kurses ist der
Dividendenabschlag. Der Dividendenabschlag entspricht in der
Höhe der am Vortag beschlossenen Dividende. Der
Abschlagsvorgang wird nicht manuell ausgeführt. Stattdessen
entsteht der Dividendenabschlag automatisch durch die Orderanpassung
von Käufer und Verkäufer.
Dividendenabschlag:
Rechenbeispiel
Diese Anpassung ist anhand eines Beispieles gut erklärbar. Der
Käufer rechnet mit einer Dividende von 5€ und
würde eine Aktie zum Stichtag für 25 EUR erwerben.
Nach der Ausschüttung der Dividende würde er jedoch
nur noch 20€ zahlen. Er senkt seinen Kaufauftrag und passt ihn
um die ausgeschüttete Dividende an. So nimmt er seinen
Dividendenabschlag vor.
Genau das selbe macht auch der Aktienverkäufer, er passt seine
Verkaufsorder entsprechend der Dividendenausschüttung an.
Aus diesem Vorgehen von Käufer und Verkäufer
resultiert der neue Kurs der Aktie. Dieser fällt analog zur
Dividende. Der Grund des Kursverlustes ist für Käufer
und Verkäufer auf den ersten Blick zu erkennen. Die Aktie
erhält an der Börse den Zusatz
„exDividende“ oder „exDiv“.