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| Derivate: High Risk
oder Absicherung? |
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Der Begriff „Derivate“ kommt aus dem lateinischen
„derivare“ und bedeutet buchstäblich
„ableiten“, bzw.
„Abkömmling“.
In der Chemie ist ein Derivat eine Substanz, die einem anderen Stoff
artverwandt (von ihm abgeleitet) ist. In der Finanzwelt ist ein Derivat
ein Wertpapier, das einem anderen Wertpapier artverwandt (von ihm
abgeleitet) ist.
Demnach bildet das Derivat ein anderes Wertpapier ab, zum Beispiel eine
Aktie, oder ein Index. Dabei macht das Derivat die Kursschwankungen des
von ihm nachgebildeten Papiers nach. Es gibt eine Vielzahl verschiedene
Arten Derivate mit sehr verschiedenen Arbeitsweisen.
Die beliebtesten Derivate
sind die Zertifikate und die Optionsscheine.
Die Zertifikate sind eher für risikoscheue bzw.
sicherheitsorientierte und konservativ eingestellte Anleger geeignet.
Es gibt ein großes Angebot an verschiedenen Modellen
Zertifikate.
Die Kosten der Zertifikate sind üblicherweise 3 % vom
Nominalwert.
Die geläufigsten Typen Zertifikate sind:
Index-Zertifikate
- wie es die
Bezeichnung andeutet, basiert das Index-Zertifikat auf einen Index. Das
kann der DAX oder der EuroStoxx50 sein. Der Käufer eines
Index-Zertifikates profitiert von der positiven Entwicklung des
entsprechenden Index und zwar zu einem vorgegebenen Anteil dessen
Steigerung. Die genauen Konditionen des jeweiligen Zertifikats sind bei
seiner Emission von dem entsprechenden Prospekt zu entnehmen. Das
Indexzertifikat kann unbefristet sein, oder eine feste Laufzeit haben.
Basket-Zertifikate
- der
Begriff „Basket“ kommt aus dem englischen und
bedeutet
„Korb“. Die Bezeichnung des Basket-Zertifikates
verrät
demnach, dass sein Besitzer an die Kursentwicklung von einem Korb
Aktien partizipiert. Welche Aktien zum jeweiligen Korb
ausgewählt
wurden und wie genau die Beteiligung des Anlegers konzipiert ist, ist
bei jedem Basket-Zertifikat individuell und vom entsprechenden Prospekt
zu entnehmen.
Garantie-Zertifikate
–
der Name verrät unmissverständlich, dass es bei den
Garantie-Zertifikaten um Kapitalgarantie geht. Wie genau, ist je nach
dem individuellen Konzept des jeweiligen Papiers zu unterscheiden.
Optionsscheine
Die Optionsscheine sind eher für spekulativ eingestellte
Anleger
geeignet. Sie verbriefen dem Besitzer das Recht, Aktien zu kaufen oder
zu verkaufen und zwar zu einem vorgegebenen Preis, innerhalb eines
vorgegebenen Zeitraums, oder zu einem genau festgelegten Stichtag. Das
verbriefte Recht, Aktien zu kaufen, wird Call (Option), das verbriefte
Recht Aktien zu verkaufen - Put (Option) genannt. Wenn der Anleger auf
einen steigenden Kurs einer bestimmten Aktie setzt, kauft er Calls auf
sie, glaubt er dagegen, dass der Kurs Aktie eher fallen wird, kauft er
Puts auf sie.
Demnach können Anleger mit Optionsscheinen sowohl bei
steigenden,
als auch bei fallenden Kursen Gewinne realisieren, vorausgesetzt, sie
kaufen zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Optionsscheine und
verkaufen sie zum richtigen Zeitpunkt zum richtigen Kurs.
Optionsscheine werden von den Aktiengesellschaften zwecks
Kapitalaufstockung, oder von den Kreditinstituten emittiert, die
dadurch ihre eigenen Aktien verkaufen.
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