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Bruttosozialprodukt
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| Bruttosozialprodukt:
Ausdruck der Wirtschaftskraft |
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Bruttosozialprodukt:
kompliziert, aber wichtig
Das Bruttosozialprodukt ist so etwas wie ein Wirtschaftsbarometer.
Aufgrund verschiedener Daten ermitteln die so genannten
Wirtschaftsweisen zweimal im Jahr ihre Prognosen für den
Verlauf des Bruttosozialprodukts. In den Nachrichten ist dies eine
Spitzenmeldung, und die Politiker geben umgehend ihre Statements dazu
ab.
Was ist aber dieses
Bruttosozialprodukt?
In der offiziellen Sprachregelung heißt es: "Das
Bruttosozialprodukt ist in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ein
in Geld angegebenes Maß für das Einkommen der
Inländer einer Volkswirtschaft im formellen Sektor."
Einfacher gesagt:
Es ist das gesamte Einkommen eines Staates, das sich
folgendermaßen zusammensetzt: 1. das Einkommen aus
Arbeitnehmertätigkeit und 2. aus Unternehmereinkommen und 3.
Einkünfte aus Kapitalerträgen. Grundlage ist immer
ein bestimmter Zeitraum - meistens ein Jahr. Da Vorhersagen
über die Entwicklung des Bruttosozialprodukts für ein
Jahr immer schwieriger werden, legen die Wirtschaftsweisen ihren
Bericht alle sechs Monate vor.
So einfach wie eben dargestellt ist das Ganze dann doch nicht. Es gibt
verschiedene Unterteilungen und Unterscheidungen, die enger begrenzte
Bereiche erfassen: zum Beispiel das Inlands- und das
Inländerkonzept.
Im Inlandskonzept des Bruttoinlandsprodukts wird die wirtschaftliche
Leistung in einem einzigen Wirtschaftszweig unter Einbeziehung der
Einpendler ohne die Auspendler erfasst. Beim Inländerkonzept
spielt das Leistungsgebiet keine Rolle, sondern
ausschließlich die hier lebenden Personen, die Einkommen aus
den wirtschaftlichen Leistungen erhalten.
Das bedeutet, im Ausland wohnende Inländer, die einem anderen
Wirtschaftsbereich zugerechnet werden, in die Leistungsberechnung mit
einfließen, während im Wirtschaftsbereich arbeitende
Leistungsträger, die einem anderen Wirtschaftsbereich
zugeordnet werden (im Inland wohnende Ausländer),
herausgerechnet werden.
Die Bewertung erfolgt zu Marktpreisen, das heißt,
einschließlich der Gütersteuern (Produktions- und
Importabgaben) und abzüglich der Gütersubventionen.
Eigentlich trägt jeder durch seine Arbeit und dem damit
verbundenen Einkommen zum Bruttosozialprodukt bei.
Zum Beispiel ein Schneider
Er kauft Stoff für 100 Euro plus 19 Euro Mehrwertsteuer, macht
daraus eine Kleid und verkauft es für 300 Euro plus 57 Euro
Mehrwertsteuer. Er hat eine Bruttowertschöpfung von 200 Euro
erwirtschaftet: Produktionswert 300 Euro minus Vorleistungen
(Stoffkauf) von 100 Euro. Außerdem hat er an den Staat 57
minus 19 Euro = 38 Euro Mehrwertsteuer bezahlt. Sein Beitrag zum
Bruttoinlandsprodukt beträgt 238 Euro.
Das Beispiel ist übertragbar auf die gesamte Wirtschaft eines
Landes: Alle im Inland ansässigen Unternehmen kaufen etwas
(das ist ihre Vorleistung), verändern und verkaufen es. So
wird die gesamte Bruttowertschöpfung eines Staates
erwirtschafte: die Summe aller Verkaufserlöse minus der Summe
aller Vorleistungen. Das Bruttoinlandsprodukt entspricht der
Bruttowertschöpfung im Inland (zuzüglich nicht
abzugsfähige Mehrwertsteuer und Einfuhrabgaben wie
Zölle).
Zieht man vom Bruttonationaleinkommen die Abschreibungen ab, ergibt
sich das Nettonationaleinkommen (oder Nettosozialprodukt) zu
Marktpreisen.
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