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Bottom-Up



Bottom up  
Bottom Up: Von unten nach oben
 
Bottom-Up

Bottom-Up bedeutet 'von unten nach oben'. Wer als Fondsmanager das Geld seiner Anleger investiert, muss ständig Anlageentscheidungen treffen. Es gilt, unter vielen börsennotierten Unternehmen die aussichtsreichsten auszuwählen. Beim Bottom-Up-Ansatz schaut sich der Fondsmanager als erstes einzelne Unternehmen genauer an.

Dabei stellt sich aber eine weitere Frage: In welche Branche soll investiert werden, welche Branchen dürften demnächst besonders attraktive Gewinne erwirtschaften? Wer so fragt, richtet seinen Blick zunächst nicht auf ein einzelnes Unternehmen, zum Beispiel den Automobilhersteller VW, er versucht vielmehr zu analysieren, wie es um die Zukunft der Automobilindustrie im Ganzen bestellt sein wird. Er schaut sozusagen von oben herab auf die ganze Automobilbranche, anstatt sich einen einzelnen Hersteller oder Automobilzulieferer genauer anzusehen. Dieses Vorgehen nennt man den Top-Down-Ansatz.
Die vermeintlich gegensätzlichen Methoden unterscheiden sich scheinbar nur in der Blickrichtung, können aber dennoch zu unterschiedlichen Investmententscheidungen führen. Bleiben wir bei der Autoindustrie. Ein Fondsmanager kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Autobranche in den nächsten Jahren mit einer Fülle von Problemen wird herumschlagen müssen. Überkapazitäten, verschärfte Umweltauflagen, rapide steigende Kraftstoffkosten, sinkende Bevölkerungszahlen in den Industrieländern - all diese Faktoren sprechen gegen ein Investment in Autoaktien. Der Blick von oben auf die Gesamtbranche (Top-Down) dürfte in einem zweiten Schritt auch den Blick auf das einzelne Unternehmen beeinflussen: Wenn es der ganzen Branche in Zukunft schlecht geht, wird es VW oder BMW nicht besser gehen können.

Bottom Up Analysten

Der Bottom-Up-Analyst schaut sich zunächst ein einzelnes Unternehmen an. Etwa Porsche. Der Sportwagenhersteller gehört eindeutig zur Autobranche, aber er unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von vielen anderen Herstellern. Der typische Porschefahrer ist mehr als wohlhabend. Er ist bereit, für ein Fahrzeug von Porsche bis zu 100.000 Euro und mehr auszugeben. Wer in der Lage ist, eine sechsstellige Summe für einen PKW zu investieren, der wird sich durch hohe Benzinpreise kaum von seiner Kaufentscheidung abbringen lassen. Deshalb könnte sich die Porsche-Aktie in Zukunft gegen den Branchentrend positiv entwickeln. Vorausgesetzt, Porsche bietet seinen Kunden auch in Zukunft attraktive Modelle an.

Bottom Up Analyse

Eine Bottom-Up-Analyse von Porsche könnte somit zu dem Ergebnis kommen, dass die Automobilbranche in Zukunft mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben wird, dies Porsche aber nicht betreffen dürfte. Würde der Fondsmanager Porsche in erster Linie generell als Autohersteller und nicht individuell als Marke mit einem Alleinstellungsmerkmal wahrnehmen (Top-Down, quasi 'von oben herab'), käme er eher zu dem Ergebnis, dass sich Porsche parallel zur Branche entwickeln dürfte. Seine Investitionsentscheidung könnte deshalb negativ ausfallen, die des Fondsmanagers mt der Bottom-Up-Ansatz hingegen positiv.

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