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Bottom Fishing
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| Bottom Fishing:
Gefallene Aktien aufsammeln |
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Bottom Fishing
Bei Aktienkursen geht die Richtung nicht immer nach oben. Fallende
Kurse deuten auf eine allgemeine konjunkturelle Abschwächung
hin, können aber auch die Folge falscher unternehmerischer
Entscheidungen sein. Werden diese behoben, erholt sich der Aktienkurs
in der Regel wieder.
Es gehört zu den Fehlern vieler Anleger, Aktien zu kaufen, die
in der Vergangenheit deutlich gestiegen sind. Ein Kauf kann dann immer
noch attraktiv sein; interessanter ist er allerdings, bevor ein
deutlicher Kursanstieg einsetzt. Stark steigende Kurse folgen oft auch
auf eine längere Phase, in welcher ein Aktienkurs deutlich
gesunken ist. Wenn sie dann den Boden erreicht hat, kann der Kauf
besonders interessant sein. Investoren, die gezielt diesen Punkt des
niedrigsten Kurses im Auge haben, betreiben Bottom Fishing.
Übersetzt heißt das, sie 'fischen' die Aktie, wenn
sie 'am Boden' liegt und deshalb nicht mehr weiter sinken kann, wohl
aber steigen.
Ein Unternehmen leidet unter sinkenden Umsätzen und Gewinnen.
Eine genauere Analyse weist auf erhebliche Managementfehler hin. Man
hat in der Vergangenheit auf falsche Produkte gesetzt und zu viel
Personal eingestellt. Außerdem hat man die
Auslandsmärkte vernachlässigt und es
versäumt, dort entsprechende Vertriebsstrukturen aufzubauen.
Die Folge: rapide sinkende Aktienkurse.
Wenn Kursentwicklung und
Fundamentaldaten verschiedene Sprachen sprechen
Wenn in einer solchen Situation Anzeichen erkennbar sind, die auf eine
fundamentale Veränderung im Unternehmen hindeuten, kann dies
den Wertverlust der Aktie stoppen und den Kurs eventuell wieder nach
oben führen. Der Aufsichtsrat des oben erwähnten
Unternehmens beschließt, das leitende Management zu
entlassen. Es konnte das komplette Führungsteam eines
erfolgreichen Mitbewerbers verpflichtet werden. Die neue
Führung soll das Unternehmen zurück in die Gewinnzone
führen. Geplant sind betriebsbedingte Kündigungen
sowie der zügige Aufbau eines dichten Vertriebsnetzes in
besonders aussichtsreichen Auslandsmärkten. Weiterhin ist man
dabei, neue Produkte zu entwickeln, mit denen man die Mitbewerber
übertrumpfen kann.
Noch sind die Zahlen schlecht, die Umsätze niedrig und die
Gewinne gering, eventuell werden gar Verluste produziert. Nach dem
Modell des Bottom Fishing sollte man sich aber genau in dieser
Situation schnell für ein Investment in das Unternehmen
entscheiden. Denn wenn die Dinge sich so entwickeln, wie es sich
bereits abzeichnet, wird die Aktie für Investoren immer
attraktiver. Die höchsten Gewinne können erzielt
werden, wenn man die Aktie kauft, bevor alle auf den immer schneller
fahrenden Zug steigender Kurse aufspringen wollen.
Auch bei einer solchen Investitionsentscheidung nach dem Bottom
Fishing-Prinzip gibt es Risiken. Keiner weiß, ob die
geplanten Veränderungen im Unternehmen wirklich die
gewünschten positiven Effekte haben werden. Die Chancen des
Bottom Fishing dürften allerdings die Risiken deutlich
überwiegen.
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