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Bilanz



Bilanz  
Bilanz: Röntgenbild des Unternehmens
 
Bilanz

Eine Bilanz ist eine Darlegung von sowohl Ursprung als auch Verwendung des Kapitals einer wirtschaftlichen Einheit, beispielsweise eines Unternehmens. Hierbei werden Vermögen und Kapital einander gegenübergestellt, um die Restgröße des "Eigenkapitals" zu ermitteln. Die Bilanz ist der Kerninhalt eines Jahresabschlusses, aus ihr lässt sich – ergänzt durch die Gewinn- und Verlustrechnung – der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens ablesen. Da diese Information grundlegend z.B. für Anlageentscheidungen ist, muss diese Bilanz korrekt sein. Geprüft werden Bilanzen von vereidigten Buchprüfern und Wirtschaftsprüfern (wobei deren Einhaltung der beruflichen Standards in Deutschland von der Wirtschaftsprüferkammer überwacht wird; diese wiederum wird von der unabhängigen Abschlussprüferaufsichtskommission – APAK – kontrolliert). Jahresabschlüsse müssen beim Registergericht veröffentlicht werden sowie bei Überschreiten einer Mindestsumme von einem Wirtschaftsprüfer testiert werden.

Grundlage einer Bilanz ist eine korrekte Buchführung, damit ein gerechtes, zutreffendes und nachvollziehbares Bild des Unternehmens gezeichnet werden kann. Dieses ist keineswegs einfach, da nach IAS (s.u.) beispielsweise immaterielle Werte wie "goodwill" bewertet werden, diese jedoch im Falle eines Scheiterns oder einer Unregelmäßigkeit in der Firma schnell in sich zusammenfallen.

Funktionen der Bilanz

Eine Bilanz erfüllt üblicherweise drei grundlegende Funktionen – die der Dokumentation (Abschluss der Buchhaltung, Ermittlung des Firmenvermögens), die Gewinnermittlung (Gewinn im Bilanzierungszeitraum) und die der Information (Eigen- und Fremdinformation).

Bilanzen werden zumeist zum Ende eines Geschäftsjahres erstellt. Unternehmen von besonderem öffentlichen Interesse sowie börsennotierte Unternehmen sind zudem zu Quartalsbilanzen verpflichtet. Außerdem werden Bilanzen zu Anlässen wie Gründung oder Eröffnung, Fusion, Liquidation, aber auch Aktionärsversammlungen, erstellt ("Sonderbilanzen"). Kreditinstitute erstellen so genannte "Bankbilanzen", die noch einmal gesonderten Anforderungen unterliegen. Unterschieden wird auch nach Handels- und Steuerbilanzen, wobei der unterschiedliche Ansatz auch zu verschiedenen Bewertungen führen kann. Je nach Unternehmensstruktur wird zwischen Einzelbilanzen (als Teil des Jahresabschlusses) und Konzernbilanzen (Konzernabschluss) unterschieden.

Bilanz: HGB oder IAS

In Deutschland darf sowohl nach Handelsgesetzbuch (HGB) als auch nach den International Accounting Standards (IAS) bilanziert werden. Bei der Bilanzierung nach HGB wird auf der Seite der Aktiva die Verwendung der Mittel dargelegt (Anlagevermögen, Umlaufvermögen, Rechnungsabgrenzungsposten), auf der Seite der Passiva die Herkunft dieser Mittel aufgezeigt (Eigenkapital, Rückstellungen, Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungsposten).

Bei der Bilanzierung nach den Internationalen Bilanzstandards IAS zählen zu den Aktiva: "current assets" und "non-current assets" und auf der Passiva-Seite "current liabilities" und "non-current liabilities". In Ausnahmefällen sind die "assets" und "liabilities" auch nach ihrer Liquditätsnähe bilanzierbar.

Die Resultate der beiden zugelassenen Bilanzierungsarten sind teilweise erheblich und führen gegenwärtig wieder zu verstärkten Diskussionen, ob die Bilanzierung nach IAS beispielsweise kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) nicht mehr Nach- als Vorteile bringt.

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