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Anleihearten



Anleihearten  
Anleihearten - Vielfalt im Depot
 
Wenn man den Begriff Anleihen hört, denkt man spontan an vordergründig langweilige Witwen- und Waisenpapiere wie Bundesschatzbriefe oder auch Bundesanleihen. Allerdings stellen diese beiden Anleihearten nur einen kleinen Ausschnitt aus dem großen Universum der verzinslichen Wertpapiere dar.

Staatsanleihen

Wenn man etwas weiter in diese Vermögensklasse vordringt, dann stößt man neben der Bundesrepublik Deutschland oder anderer Zentralstaaten als Herausgeber von Schuldtiteln höchster Bonität schnell auf die gesamte Bankenlandschaft als große Emittentengruppe am Kapitalmarkt. Hier hat der Investor die Wahl zwischen Pfandbriefen, die aufgrund ihrer Absicherung durch Hypothekenkrediten oder Kredite an den Staat eine ähnliche Sicherheit aufweisen, wie es bei den Staatsanleihen der Fall ist. Aber auch bei den sogenannten ungedeckten Wertpapieren, also den unbesicherten Titeln findet der Anleger eine große Auswahl an Anleihen, die je nach Solidität der jeweiligen Bank eine unterschiedlich hohe Rendite bieten.

Unternehmensanleihen

Wer im Gegenzug auf den Verzicht von Sicherheit eine höhere Rendite für sein Geld sucht, der kann bei Anleihen von Emittenten aus der Industrie (so genannten Corporate Bonds) oder aus den aufstrebenden Staaten (Emerging Markets) fündig werden. Hier gilt der Leitsatz, je höher die erzielbare Rendite, desto risikobehafteter ist das jeweilige Investment.

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal bei Anleihen stellt die Art der Verzinsung des einzelnen Papiers dar. So gibt es Anleihen mit während der Laufzeit gleichbleibender Verzinsung oder auch mit einer Verzinsung in wechselnder Höhe. Bei diesen auch Floater genannten Wertpapieren orientiert sich die aktuelle Verzinsung an einem Referenzzinssatz und wird in regelmäßigen Abständen, z.B. alle drei Monate, an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. Diese Anleihen unterliegen somit nur einem relativ geringen Kursrisiko bei einem steigenden Zinsumfeld, welches festverzinsliche Wertpapiere ungleich stärker trifft.

Fremdwährungsanleihen

Neben auf Euro lautenden Anleihen finden sich am Kapitalmarkt eine große Anzahl von Wertpapieren, die in Fremdwährung wie US Dollar oder Japanischen Yen ausgestellt sind. Euro-Anleger, die in solchen Papieren investieren, gehen somit neben dem Bonitäts- und dem Zinsrisiko zusätzlich noch ein Währungsrisiko ein. Hat die Anleihenwährung nämlich bei Endfälligkeit oder Verkauf gegenüber dem Euro abgewertet, so erhält Investor beim Rücktausch der Fremdwährung in Euro einen geringeren Betrag zurück, als er beim Kauf derselben eingesetzt hatte. Dieses Währungsrisiko sollte insbesondere bei den so genannten Weichwährungen keinesfalls unterschätzt werden. Fremdwährungsanleihen sind also nur etwas für erfahrene und risikobewußte Anleger.

Jeder Anleger sollte also bei dieser Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten eine gemäß seinen Vorstellungen adäquate Anleihe finden und so seine persönlichen Anlageziele und Risikobereitschaft verbinden können.

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